AUSSCHNITT AUS DEM OBJEKTINVENTAR 2006 DER KANTONALEN DENKMALPFLEGE GRAUBÜNDEN:

Das Engihuus liegt im Dorfzentrum von Valendas. Beim ältesten Teil des Bauwerks handelt es sich um ein kleines Bauernhaus mit gemauertem Feuerhaus und gestricktem Wohn- und Schlafteil, das mittels dendrochronologischer Untersuchung in das Jahr 1517 datiert wurde. Es bildet den zum Brunnen orientierten, südlichen Trakt des heutigen Gebäudekomplexes. Zu einem späteren Zeitpunkt entstand ein spiegelbildlich entsprechender Bau im Norden, der durch einen zentralen Erschliessungstrakt mit dem ursprünglichen Gebäude verbunden wurde. Die Giebelfassade des Hauses orientiert sich zum Brunnenplatz, obwohl von dort nur ein direkter Zugang zur ehemaligen Wirtsstube besteht. Der Haupteingang liegt in der Achse des mittleren Korridors und öffnet sich zur Kantonsstrasse.
Im Westen wurde um das Jahr 1674 ein Anbau in Strickbauweise mit zum Brunnenplatz orientierter Loggia hinzugefügt. Das heutige Erscheinungsbild der Fassaden geht auf einen Umbau des späten 19. Jahrhunderts zurück.

Was das Haus in all dieser Zeit erlebte, ist nur zum Teil überliefert. Sicher diente es zuerst als Bauern-Wohnhaus, dann als Gasthaus «Stern» sowie als Dorfladen. Der letzte Besitzer hiess Engi und verlieh dem Haus seinen bis vor kurzem gebräuchlichen Namen «Engihuus». Engi war der letzte im Amtlichen Kursbuch offiziell verzeichnete Posthalter der Schweiz, der die Post noch mit seinem Pferdegespann täglich nach Dutjen hinauf brachte. Zeitungsbericht

Rund 20 Jahre lang stand das Haus leer und brachte sich einzig mit seiner Fassade ins historische Dorfbild von Valendas ein. 2009 schenkte die Gemeinde Valendas der Stiftung Valendas Impuls das Engihuus mit der Auflage, das historische Gebäude im Interesse der Dorfgemeinschaft zu nutzen. Das Gasthaus am Brunnen soll mithelfen, Arbeit im Dorf zu erhalten und zusammen mit dem Projekt «faszinatur Valendas Rheinschlucht» direkte Wertschöpfung zu generieren für Bauern, Tourismusanbieter, Kulturschaffende, einheimische Zulieferer und kreative Köpfe.

Für Renovation und Ausbau konnte der renommierte Bündner Architekt und ETH-Professor Gion A. Caminada gewonnen werden. Ein Glücksfall für Valendas! Ihm ist es ein Anliegen, das Haus so umzugestalten, dass es den modernen Ansprüchen seiner zukünftigen Nutzer entspricht und sich harmonisch in den Kontext des Dorfkerns einfügt. Mit seiner Architektur wird das möglich, was sich die Stiftung vom Umbau erhofft: Die Instandstellung eines schützenswerten Hauses und gleichzeitig die Schaffung eines lebendigen Treffpunkts im Dorf, der Einheimische und Freunde von Valendas zu einer kraftvollen Gemeinschaft zusammenschweisst.